Schreibtrieb und #Buchpassion

Dieser Beitrag trifft nicht ganz das Thema der diesjährigen #Buchpassion s-Aktion von Janine. Weil ich es als Autorin unheimlich schwer finde, einen Lieblingsautor festzumachen (dafür habe ich einen auf dem Buchblog aus Leserinnensicht gekürt). Trotzdem möchte ich den Bogen schlagen. Und ich spanne ihn weit.

( #Buchpassion ist eine Aktion von Kapri-ziös )

Kürzlich wurde ich gefragt, ob ich es ok fände, als Autorin noch Buchbloggerin zu sein. Das ginge doch nicht mehr, über andere Bücher zu schreiben, wenn ich selbst veröffentlicht wäre. Allein die Aussage hat mich sehr irritiert. Lese ich etwa keine Bücher mehr? Dürfen mir Bücher nicht einfach nur gefallen? Darf ich nichts kritisieren, nur weil auch ich Fehler mache? Die Logik dahinter fand ich nicht. Zum einen, weil meine Rezensionen noch immer meinen Leseeindruck spiegeln und keine umfassenden Analysen sind. Die mache ich als Literaturwissenschaftlerin und da hat mir noch keiner gesagt, ich dürfte nicht mehr literaturwissenschaftlich arbeiten, nur weil auch Primärliteratur verfasst habe.

Gibt es das Beste?

Der Grundgedanke hinter der Kritik an buchbloggenden Autoren ist der, dass sie sich selbst als Beste wahrnehmen würden (dann wäre ich meine eigene Lieblingsautorin – so viel zum Bogen) und andere, die vielleicht sogar besser schreiben, dennoch schlechter rezensieren. Es mag so Menschen geben, die Angst haben, neben anderen nicht bestehen zu können. Als Leserin und Literaturwissenschaftlerin, aber auch als Autorin verstehe ich aber den Sinn dahinter nicht. Zum einen glaube ich nicht, dass ich die beste Autorin auf der Welt bin (ahhh). Nein, wirklich nicht. Ich mag, was ich lese, aber ich weiß auch, dass ich noch viel zu lernen habe und mein Stil genauso wie der Rest nicht absolut sind. Sie verändern sich, ob ich will oder nicht.

Als Autorin bin ich immer in Entwicklung, statisch ist nur ein Stilleben (Foto: edar/pixabay.de)

Andere Autoren zu lesen, ist meiner Meinung nach für Autoren die erste Arbeitspflicht. Denn nur so erkennen wir doch, welche Motive abgegriffen sind und was uns selbst nicht gefällt. Wir finden Vorbilder und Lieblingsautoren – selbst, wenn die Geschichten schreiben, die wir gar nicht schreiben wollen. Ein Autor, der nicht liest, muss nicht per se schlechter sein. Für mich aber gehören diese beiden Dinge (lesen und schreiben) untrennbar zusammen.

#Buchpassion wird zum #Schreibtrieb

Und dann kommt für mich dazu, dass mein #Schreibtrieb eng mit meiner persönlichen #Buchpassion verbunden ist. Ich liebe Literatur. Mein Leben ist Literatur. Wenn es nur noch einen Stil, ein Thema, einen Autor gäbe, wäre ich entsetzt. Ich möchte gar nicht DEN Lieblingsautor oder DIE Lieblingsautorin haben. Ich möchte Geschichten lesen, ergriffen sein, abtauchen, ankommen, Kopfkino, Sehnsucht und Rätsel. Leserin sein. Und daraus rezensiere ich dann auch Bücher. Wie mein Schreiben das verhindert sollte, verstehe ich nicht ganz.

Im Gegenteil, ich kenne einige, die als Autoren plötzlich auch anfangen, Bücher zu besprechen, weil sie sich intensiver mit Literatur beschäftigen. Oder andere Blogger, die durch die intensive Beschäftigung heraus überlegen, selbst ein Buch zu schreiben. Und wisst ihr was: das ist gut so! Wir sind alle Buchmenschen, wir fühlen alle #Buchpassion . Und genau das ist es, was für mich einen guten Autor ausmacht, wenn ich diese Leidenschaft spüre, wenn sie zwischen den Zeilen liegt und auf mich übergeht. Lieblingsautoren müssen nicht die besten Autoren sein. Sie dürfen Fehler machen und mich zur Verzweiflung bringen. Ich finde es spannend, die Entwicklung im Stil zu erkennen und überrascht zu werden.

Lieblingsautoren sind gerade solche, die mich inspirieren und zum Schreiben anregen. Von ihnen kann ich nicht genug haben. Wenn die #Buchpassion der Leserin in mir zum Schreibtrieb der Autorin wird, wenn ich über das Buch selbst schreibe, oder etwas ganz Eigenes aus der Energie entwerfe. Dann war es ein Lieblingsbuch, ein Lieblingsautor, ein Mensch, der wie ich, Literatur liebt. Und darum ist es für mich keine Kleinigkeit, wenn mir jemand sagt, dass mein Text genau das bei ihm bewirkt hat!

#Buchpassion heißt also auch, die Begeisterung weiter zu geben. Und das tue ich gerne. Ihr habt jetzt im Rahmen der Aktion die Möglichkeit, bei mir eines meiner Bücher im Wunschformat zu gewinnen (wer Zeitlose – Simeons Rückkehr bereits hat, kann sich auch den zweiten Teil wünschen, muss dann aber immer noch auf das Erscheinen des Romans im Dezember warten).

Teilnahme ab 18, Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Gewinnspiel startet mit dieses Post und endet mit #Buchpassion am 01.10.2017, 23:59. Teilnehmen könnt ihr einfach über einen Kommentar auf dieser Seite. Eine Barauszahlung des Gewinnes ist nicht möglich. Für den Versand wird keine Haftung übernommen.

Kommentare

  1. Hallo Eva-Maria,

    danke für deinen Text. Ich kann gar nicht verstehen, dass jemand dir vorwirft, dass du als Autorin nicht auch Buchbloggerin sein darfst. Es gibt doch so viele Beispieler berühmter Autoren, die auch manchmal Buchrezensionen verfassen. Das ist für mich irgendwie engstirnig. Danke für deine Meinung dazu!

    Janine

  2. Ich finde es auch unglaublich schwer „das beste“ zu definieren. Ist es doch alles immer subjektiv und von den eigenen Vorlieben abhängig.
    Gerade beim Kreativ sein – sei es schreiben oder malen – gibt es doch nicht den einen richtigen Weg, der das perfekte, beste Ergebnis hervorbringt.
    Man kann als kreativer nur immer sein bestes geben und dann hoffen, dass es vielleicht jemandem gefällt.

  3. Janna | KeJas-BlogBuch

    Ein wirklich toller Beitrag von dir und ich sehe das absolut wie du – warum sollten Autoren nicht selbst über Bücher anderer schreiben, sie rezensieren? Gerade das ist für mich ein besonderer Reiz: wie nimmt Jemand der selbst schreibt eine Geschichte, ihren Stil und alles was dazu gehört wahr?!

    Und obendrauf machst du auch noch eine kleine Verlosung *-* Da ich dich in Buchform noch nicht kennen gelernt habe, würde ich sehr gerne mein Glück versuchen! Am liebsten ein Print mit Signatur ❤

    Hab noch einen mukkeligen Samstag!

  4. Solche Argumente habe ich auch schon gehört und halte sie für überflüssig. Denn man könnte die Situation komplett drehen und käme wieder beim selben Ergebnis raus. Denn was gibt uns Buchbloggern, die, in den meisten Fällen, weder Literaturwissenschaftn studiert, noch selbst Bücher geschrieben haben, das Recht, über die Werke anderer zu urteilen? Und btw musste ich mir genau so etwas schon einmal anhören 🙄 Eigentlich dürften demnach ja weder Leser, noch Autoren Bücher besprechen. Und wenn, denn nur positiv (Dahingehend habe ich auch schon einmal eine Belehrung erhalten).

    • Ernsthaft? Das muss aber ein sehr von seiner Universitäten Bildung eingenommener Mensch gewesen sein. Wer kann besser über den Leseeindruck Auskunft geben als ein Leser? Ich glaube, in beiden Fällen geht es vor allem um das Sichern eines in irgendeiner Weise als elitär verstandenen Bereich. Die Angst, den eigenen Anspruch verteidigen zu müssen. Schade, wenn das passiert. Und gerade du als Bloggerin musst dir sowas nicht gefallen lassen, Nise. Dein Blog ist genial und hochwertig!

  5. Ein toller Beitrag, liebe Eva!

    Ich finde es super und wichtig, dass es schreibende Buchblogger und buchbloggende Autor*innen gibt.
    Mir fällt es auch zu schwer eine Person zu nennen, weil es so viele Umstände gibt, die ein Buch gut machen.
    Und weil ich heute andere Dinge mag als gestern oder morgen.
    Ich liebe deinen Blog und du bist in so vielerlei Hinsicht ein Vorbild für mich, was man an diesem klar formulierten und passioniertem Beitrag mal wieder sieht.

    Viel Liebe, Babsi

Kommentar verfassen