50419 Worte und keine Ende in Sicht

nanowrimo_2016_webbadge_winnerIch habe es geschafft. Das 50 000te Wort fiel, ohne dass ich es merkte. Erst als zwei Wörter mehr geschrieben waren und mein Ältester an der Tür klingelte, weil er von der Schule nach hause kam, blickte ich auf den Wörterzähler und atmete auf. Geschafft. Dabei hatte ich mehr als nur einmal gedacht, dieser NaNoWriMo würde mich in die Knie zwingen. Vielleicht erinnert ihr euch, dass unter der Woche meine Schreibzeit ist, wenn die Kinder in KiTa und Schule sind und der Mann auf der Arbeit. Am Wochenende dagegen habe ich kaum eine freie Minute. Nicht, dass ich die ganze Zeit nur schuften würde. Ich lese und spiele mit den Kindern, kuschle mit dem Ehemann, helfe meine Mutter, … Wochenende eben. Und als der Knopf in der zweiten Novemberwoche in die KiTa kam und gar nicht mehr wieder heraus wollte, sah es erst einmal sehr gut für mich aus.

Köpfchen streicheln

Dann wurde die Nudel krank, der Knopf reihte sich ein, ich verbrachte meine Tage nicht tippend, sondern köpfchenstreichelnd. Und andere Arbeiten standen an. Es ist ja nicht so, als gäbe es im November, wenn die Vorweihnachtszeit unvermeidlich wird, nicht genug zu tun, gerade wenn mensch Familie hat. Und einen Buchblog, dessen Adventskalender geplant werden will. Zwischenzeitlich war ich mehr als 10 000 Wörter im Rückstand und machte mir ernsthafte Sorgen.

Dann schaffte ich es an einem grandiosen Schreibtag aufzuholen.


Plötzlich war wieder alles möglich und die Kinder hatten einen Rückfall. Aber ich wollte nicht aufgeben, nicht so kurz vor dem Ziel. Mein Schalfpensum verkürzte sich drastisch, ich machte bei Wortsprints der deutschen NaNo-Vertretung mit und suchte mir wenigsten ein paar Stündchen. Heute dann hatte ich das Ziel vor Augen.

Endspurt

Mit Kaffee und Kuchen ging es entspannt zur Sache, nebenbei bestellte ich die Weihnachtsgeschenke für die drei Musketiere, um mich abzulenken, wenn ich gerade mal nicht weiter wusste. Das half. Immer, wenn ich mich wieder meiner Geschichte zuwandte, waren da neue Ideen, neue Worte, die aufgeschrieben gehörten. Ich schrieb, schrieb einfach weiter und beendete mein Kapitel, nachdem der erlösende Blick schon gefallen war.


Die Wahrheit ist, ich bin noch nicht fertig mit meinem Roman. Ich stecke mittendrin, aber wichtige Weichen sind gestellt. Vielleicht werden es noch einmal 50 000 Worte, bis ich das Manuskript erst einmal als abgeschlossen betrachte, aber ich habe bis hierher durchgehalten und werde das auch weiterhin tun. Jetzt bin ich in Fahrt, habe meine Figuren und meine Geschichte verinnerlicht. Es gibt Dutzende Sachen zu tun: zwei andere Manuskripte müssen dringend überarbeitet werden, damit es mit ihnen weiter gehen kann. Aber ich weiß, dass ich diesen Roman zu einem Ende bringen werde.

Es gibt immer wieder Stimmen, die Fragen, ob das sein muss, dass man sich so unter Druck setzt. Ich finde 50 000 Worte in einem Monat nicht wirklich viel. Tatsächlich habe ich weit mehr geschrieben, wenn ich alles, was ich für die Uni, die Dissertation, Face2Face, die Zeitung und den Blog geschrieben habe mitzähle. Aber es waren 50 000 Worte zu einer Geschichte, die nun Struktur und Form hat – ja tatsächlich. Und gerade, weil ich zwischen Uni, Beruf und Kindern immer zu tun habe, ist es gut, wenn ich mich manchmal zwinge, einfach an meinen Geschichten zu schreiben. Dieses Jahr habe ich es geschafft und versuche jetzt erst mal, Zeitlose 2 zu einem Ende zu bringen, bevor der erste Teil im Februar veröffentlicht wird.

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